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Baukultur-Gemeindepreis 2009 verliehen

05.11.2009
"Beim ersten Schritt muss man mutig und visionär sein", so ein Preisträger, dessen Gemeinde im Rahmen des LandLuft Baukultur-Gemeindepreises am 4. November 2009 ausgezeichnet wurde. Insgesamt dürfen sich acht Kommunen aus Österreich über eine Prämierung freuen, Hauptpreisträger ist Zwischenwasser aus Vorarlberg.

Der LandLuft Baukultur-Gemeindepreis richtet sich an "Menschen wie du und ich", die sich für Baukultur verantwortlich fühlen. Im Mittelpunkt des Preises, der von LandLuft gemeinsam mit dem Österreichischen Gemeindebund ausgeschrieben wird, steht nicht das "schöne" Bauwerk als Ergebnis. Es geht vielmehr um die Prozesse und die Menschen, die treibenden Kräfte hinter Baukultur. Der Preis ist eine Analyse, unter welchen Bedingungen Baukultur entstehen kann, und zugleich der Versuch exemplarisch vorzuführen, welche Strategien der Umsetzung erfolgreich sind.

24 Gemeinden reichten ein, acht davon vermochten die von Univ.Prof. Roland Gnaiger (Kunstuniversität Linz) und Univ.Prof. Christoph Luchsinger (TU Wien) geleitete Jury besonders zu überzeugen und wurden ausgezeichnet. Die Stadt Haag, Haslach an der Mühl, Hinterstoder, Kals am Großglockner, Langenegg, Schlierbach, Schrems und Zwischenwasser konnten neben einer Urkunde auch ein Zusatzschild für die Ortstafel mit der Aufschrift "LandLuft Baukultur-Gemeinde Preisträger 2009" mit nach Hause nehmen.

Die Gemeinde Zwischenwasser durfte sich über den Hauptpreis freuen.

Hauptpreisträgergemeinde ist Zwischenwasser

Am Beginn von baukulturellen Prozessen stehen meist ökonomische oder soziale Veränderungen, die Kommunen vor große Fragen stellen, wie man am Beispiel der Hauptpreisträgergemeinde Zwischenwasser sehen kann: Seit den 1980er Jahren reden, planen und arbeiten die Bürger bei der Gestaltung des Dorfes mit. Ob die Lehmwand des Friedhofs, Alteneinrichtungen, Gemeinschaftshäuser - die Bürger beteiligen sich. "Man diskutiert in einer Intensität wie selten wo", sagt Bürgermeister Josef Mathis. In der Vorarlberger Gemeinde sind kontinuierlich sämtliche Bereiche des Bauens von kulturellen Ansprüchen durchdrungen worden. Die erste verdichtete Passivhaus-Siedlung Österreichs, die erste Solar-Schule Österreichs und der erste kommunale Lehmbau Österreichs sprechen für sich. Die Konsequenz, mit der ein während der gesamten Periode amtierender Bürgermeister diese Entwicklung unterstützt, dürfte in Österreich einzigartig sein - auch wenn ihn die Einführung des 30 km/h Tempolimits in der ganzen Gemeinde fast den Chefsessel gekostet hätte, wie Roland Gnaiger scherzhaft anmerkte.

Baukultur ist also keine Expertenspielwiese, sondern geht alle etwas an. Die in Baukultur gebündelte Kompetenz rechnet sich durch höhere Lebenszyklen und regionale Wertschöpfung, schafft Werte und verbessert die Lebensqualität. Baukultur stärkt die Kommunikation in der Gemeinde und erhöht die Identifikation mit dem eigenen Lebensort. "Vorbildlich Gebautes und sinnvoll Gestaltetes entsteht meistens vor dem Hintergrund funktionierender Gemeinschaften", weiß Roland Gnaiger. Baukultur fördere im Idealfall auch das zukünftige Gelingen sozialer, ökonomischer und ökologischer Räume. "Es kann doch nicht sein, dass das gebaut wird, was dem Bürgermeister gefällt, und was ihm nicht gefällt, wird nicht gebaut", so Helmut Wallner, Bürgermeister von Hinterstoder und ebenfalls Preisträger.

Die Ausstellung wird von der TU Wien in alle Bundesländer weiterwandern.

Ausstellung, Symposium und Buch folgen der Preisverleihung

Am selben Abend wurde auch die Ausstellung eröffnet, die vom 5. bis 20. November im Prechtlsaal der Technischen Universität zu sehen sein wird. Anschließend wird die Dokumentation des baukulturellen Engagements der ausgezeichneten Gemeinden auf Bundesländer-Tour gehen. Zur Ausstellung ist auch ein Buch erschienen - ein Handbuch für alle, die in ihrem Umfeld ebenfalls aktiv werden wollen. Ebenso findet am 5. und 6. November auch ein Symposium zum Thema in der Technischen Universität Wien statt. Es werden Zukunftsmodelle erfolgreicher Gemeindeentwicklung in ländlichen Räumen präsentiert. Die Preisträger werden ihre Erfolgsmodelle vorstellen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen analysieren und diskutieren baukulturelle Phänomene.

Hier geht's zur LandLuft-Website.




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